Du willst im Leben vorankommen? Finanziell und mit deiner gesamten Persönlichkeit? Ich möchte dir dafür sechs Wege für gutes Geldverhalten vorstellen, die dein Wachstum voranbringen – egal ob du angestellt oder selbstständig bist. Diese Vorschläge sind eine Essenz meiner Erfahrungen, wie man sich persönlich weiterentwickelt und parallel gutes Geld verdient – denn nur in diesem Zusammenspiel wirst du langfristig erfolgreich mit Geld sein.

Die sechs Wege sind:

  • um Feedback und Hilfe bitten
  • netzwerken
  • positionieren
  • entscheiden
  • lernen
  • und deinen Ausstieg vorbereiten

Meine Vorschläge betreffen Unternehmer und Angestellte. Im Hintergrund gehört das zusammen und sie können viel voneinander lernen.

Dein Wachstum beginnt damit, dass du um Feedback und Hilfe bittest

Eine einfache unternehmerische Regel lautet: Nimm Beschwerden deiner Kunden ernst, denn so kannst du sie für immer an dich binden. So verdienst du gutes Geld mit zufriedenen Kunden und entwickelst gleichzeitig deine Leistung weiter. Ich habe schon immer jeden Kunden, der eine Beschwerde auf dem Herzen hat, gebeten: „Bitte sag mir ganz ehrlich, was wir falsch gemacht haben.“
Da sagt kein Kunde „Nein“. Er merkt, dass er ernst genommen wird, außerdem helfen Menschen grundsätzlich gerne, wenn sie darum gebeten werden. Wenn du also etwas verkaufen willst, dann bitte deine Kunden um ihre Mithilfe. Und im Fall einer Beschwerde bittest du den Kunden darum, dir zu sagen, warum er jetzt nicht mehr Kunde sein will.
Dann kann es sein, dass die Gründe nichts mit dir zu tun haben – niemals passt jedes Angebot für jeden Menschen. Aber für den Fall, dass du etwas besser machen kannst, steckst du diese Hilfe in dein Wachstum und hilfst mit deinem verbesserten Angebot wiederum deinen Kunden. Nun fällt es allerdings vielen Menschen schwer, um Hilfe zu bitten. Du merkst schon: Persönliches und finanzielles Wachstum gehören zusammen.

Sorge dafür, dass deine Netzwerke wachsen

Umgeben wir uns mit Leuten, die auf „Reiche Protzer“ schimpfen, wird das eher dazu führen, dass wir es nicht attraktiv finden, über viel Geld zu verfügen. Denn dann könnte es sein, dass die Leute um dich herum, die vielleicht deine Freunde oder Familie sind, dich auch als Protzer sehen, sobald du mehr Geld hast. Das willst du natürlich nicht. Bleibst du deshalb lieber arm und gehörst dafür weiter dazu? Oder suchst du den Kontakt zu Menschen, die wohlhabend sind und vor allem eine gute Einstellung zu „mehr Geld“ haben? Du kannst dir von ihnen etwas für gutes Geldverhalten und einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld abgucken und erfährst einen wertschätzenden Umgang mit Geld. Beziehungen können uns also dabei helfen, wohlhabend zu werden.

Die Positionierung schärfen und begeistern

Oft schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen, wenn ich jemanden frage, was er beruflich macht oder was seine Firma anbietet. Da kommen manchmal Ausführungen über zehn Minuten. Aber um sein Angebot zu verkaufen, braucht man eine glasklare Positionierung, die man in eine 20-Sekunden-Rede fassen kann. „Elevator Pitch“ heißt das und wohl jeder kennt diesen Begriff. Das muss kurz und knackig und auf den Punkt sein. Und es muss begeistern. Diese Positionierung muss knallen und wird die Türen für Angestellte wie Selbstständige öffnen und für ordentlich Wachstum sorgen.

Viele tun sich aber schwer damit, über ihr eigenes Business in höchsten Tönen zu sprechen, andere mitzureißen und für ihre Sache zu begeistern. Ihnen fällt es meist leichter, wenn sie als Mitarbeiter in einer Firma Werbung machen für die Firma. Das ist auch schon gut. Die nächste Stufe ist aber, andere für die eigene Sache zu begeistern. Seine Vorzüge darzustellen hat immer eine Grundlage in unserer Psyche: Wenn wir nicht zu uns stehen, können wir auch nicht begeistert über uns und das reden, was wir machen. Es ist also auch eine Frage des Selbstwerts. Aber nicht nur.

Es geht auch um handfeste Kompetenzen, wie zum Beispiel die Redekompetenz. Daran denkt man nicht sofort bei Geld, aber es gehört dazu. Wer kann schon einfach mal vor zehn Leuten aufstehen und begeistert für sein Angebot Werbung machen? Das lernen wir nicht in der Schule. Aber um finanziell frei zu werden, müssen wir uns selbst und andere begeistern können und ihnen gerne etwas verkaufen wollen. Und dafür lohnt es sich, reden zu lernen.

Läuft der Laden auch ohne dich? Hast du ein Ausstiegsszenario geplant?

Ich habe mehrere erfolgreiche Unternehmen aufgebaut und das Modell dahinter war immer das gleiche: Unternehmer verdienen mehr Geld, wenn sie ihr Business verkaufen, als wenn sie es betreiben. Die Regel für den Wert eines Unternehmens lautet: Dein Unternehmen ist so viel wert, wie es wert ist, wenn du nicht da bist.
Wenn ich ein Unternehmen gründe, schreibe ich in meinen Businessplan neben den anderen Themen wie „Was will ich tun? Warum? Mit welchem Einsatz? Welchen Leuten? Mit wie viel Geld?“ auch ein Ausstiegsszenario: „Was ist mein persönlicher Ausstieg?“ Es gibt schon den fertigen Plan für meinen Ausstieg.

Meine erste Frage lautet also immer:

„Du bist jetzt zwei Wochen im Urlaub, was passiert mit deiner Company?“
„Ja, ich habe da so einen Kompagnon“, „Ach, mein Junior macht das schon“, „Meine Assistentin springt dann ein.“

Zweite Frage:

„Was passiert, wenn du vier Wochen nicht da bist?“
„Kriegen wir hin, knatscht ein bisschen, aber geht.“

Dritte Frage:

„Okay, und was passiert, wenn du drei Monate nicht da bist?“

Die Frage kann sich jetzt jede Unternehmerin, jeder Unternehmer, der das hier gerade liest, selbst stellen: „Was passiert in meiner Company, wenn ich drei Monate nicht da bin?“ Dann sagen sogar leider viele: „Dann ist mein Laden pleite“, oder : „Dann geht es uns ziemlich schlecht.“
Daraufhin antworte ich: „Deine Firma ist nichts wert.“
Du musst systematisieren und definieren, was jeder im Unternehmen können und tun soll, damit der Laden auch ohne dich läuft. Jedes Unternehmen mit einem Qualitätssiegel muss seine Prozesse auf diese Art beschreiben. Das ist eine Fleißübung, aber es hat einen enorm wichtigen Hintergrund. Es geht um dein Unternehmen und gilt besonders, wenn du Wachstum anstrebst.

Entscheidungen treffen, weglassen, fokussieren – Wachstum beginnt, wenn du einschränkst

Es passiert etwas Verrücktes, wenn wir den Mut haben, klare Entscheidungen zu treffen: Dann kommt plötzlich Neues, Besseres in unser Leben. Wir sorgen für Wachstum.
Und trotzdem kündigen die Leute ihren Job nicht, obwohl er gefühlt für sie längst zu Ende ist. Das ist wissenschaftlich gut nachgewiesen. Das Unternehmen „Gallup“ erstellt jährlich den „Engagement Index“, Deutschlands renommierteste und umfangreichste Studie zur Arbeitsplatzqualität. Die Studie gibt Auskunft darüber, wie hoch der Grad der emotionalen Bindung von Mitarbeitern und damit das Engagement und die Motivation bei der Arbeit ist. Seit Jahren weitgehend unverändert kommt dabei heraus:

  • 16 Prozent haben innerlich schon gekündigt.
  • 69 Prozent verrichten nur Dienst nach Vorschrift.
  • Nur 15 Prozent haben eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber und sind voll engagiert.

Der volkswirtschaftliche Schaden wird auf jährlich 122 Milliarden Euro errechnet.
Nun kannst du als Unternehmer überlegen, wie groß der Schaden in deinem Unternehmen ist. Oder warum du als Mitarbeiter in dem Unternehmen bleibst, dir und ja auch deinem Arbeitgeber Schaden zufügst.

Viele haben Angst, dass nichts Neues kommen könnte und bleiben deshalb. Doch so lange man seine Energie in etwas Altem bindet, passiert auch nichts Neues. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass du deinen Job ohne gründliches Abwägen und einen echten Grund hinschmeißen sollst.

Die wichtigste Säule für stetiges Wachstum: Lernen

Du musst lernen. Immer. Du investierst in dich selbst, wenn du eine Fortbildung besuchst. Dadurch erhöhen wir unseren Wert.
Investiere in dich selbst und in dein Wachstum. Ich bin eine Zeit lang wie ein Junkie zu allen Lehrern auf dieser Welt gereist. Ich habe in mein Wachstum investiert. Es hat sich gelohnt. Das sage aber nicht nur ich. Einer der reichsten Menschen der Welt, Warren Buffet, lebt nach der Grundregel „Höre nie auf zu lernen“ und rät anderen: „Investiere so viel in dich selbst, wie du kannst, du bist bei weitem dein wichtigster Vermögenswert. Du hast nur einen Geist und einen Körper. Und die müssen dein ganzes Leben lang halten.“

Das Fazit aus den sechs Vorschlägen, die ich dir hier vorgestellt habe, ist: Wenn du mehr willst – mehr Geld, Freiheit, Verantwortung, Einfluss, Lebenssinn –, musst du etwas dafür tun. Ganz egal, ob es dabei um deine Finanzen geht oder um dein persönliches und berufliches Wachstum, was ja auch zusammen gehört.
Wo anfangen? Such dir einfach das heraus, was dir am meisten zusagt oder was dir als Herausforderung erscheint, wo du ein Entwicklungspotenzial siehst. Und fang noch heute damit an!

 

Über den Autor: Philipp J. Müller

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